Aktiv ausgenutzte Lücke in Nextcloud-App Collabora CODE ermöglicht Befehlsausführung
Angreifer nutzen eine kritische Schwachstelle (CVE-2026-110447) in der Nextcloud-App „Collabora Online – Built-in CODE Server“ aus und schleusen darüber Betriebssystembefehle ein. Betroffen sind Versionen vor 26.4.303; eigenständige Collabora-Server, Docker-, RPM/DEB-Installationen und Nextcloud All-in-One sind laut Collabora nicht betroffen. Voraussetzung ist ein gestoppter integrierter CODE-Server, eine Anmeldung ist nicht nötig. Angriffe werden seit Mitte September gemeldet, Advisory und CVE erschienen erst am 14. Oktober. Die Täter platzierten PHP-Webshells und suchten nach Passwortdatenbanken und Krypto-Wallets. Administratoren sollen auf 26.4.303 oder neuer aktualisieren oder die App entfernen; Deaktivieren genügt laut Hersteller nicht. Als Ursache der späten CVE-Veröffentlichung nennt Collabora überlastete GitHub-Prozesse.
Warum relevant: Unternehmen mit Nextcloud sollten umgehend prüfen, ob die integrierte CODE-Server-App vor Version 26.4.303 läuft, sie aktualisieren oder entfernen und Server auf Webshells und Zugriffe auf Zugangsdaten untersuchen.
EU-Gipfel fordert neue Instrumente gegen hohe Energiepreise
Die Staats- und Regierungschefs der EU haben beim Gipfel in Brüssel die Kommission aufgefordert, wegen der Energiepreiskrise neue Maßnahmen zur Kostensenkung vorzulegen. Gefordert werden gezielte, befristete und koordinierte Schritte. Begrüßt werden die Lockerung der Methan-Vorgaben und die geplante freiwillige Bündelung der Energienachfrage. Der Emissionshandel soll verlässlicher werden; das Gesetzgebungsverfahren zur Marktstabilitätsreserve soll schneller vorankommen. Das für 2028 vorgesehene Emissionshandelssystem für Brennstoffe wie Benzin und Erdgas soll die Kommission nach Druck unter anderem Italiens auf seine Folgen prüfen. Wie die Vorschläge konkret aussehen, blieb offen.
Warum relevant: Energieintensive Unternehmen sollten die erwarteten Kommissionsvorschläge zu Emissionshandel, Marktstabilitätsreserve und Nachfragebündelung verfolgen und ihre Energie- und CO2-Kostenplanung darauf ausrichten.
Starlink-Drosselung in der Ukraine offenbart Abhängigkeit von US-Technik
In der Ukraine gelten die jüngsten Probleme mit dem Satellitennetz Starlink vielfach als politisch gewollt. Die zeitweise Drosselung beeinträchtigt vor allem das Militär; ein Experte nennt den Verlust von Drohnenangriffen auf russische Logistik hinter den Linien. Nach intensiven Gesprächen, auch mit den USA, könne Starlink laut ukrainischem Verteidigungsministerium wieder wie gewohnt genutzt werden. Die Abhängigkeit von den USA bleibt groß, während Europa als wichtigster Partner der Ukraine gilt und ausbleibende US-Hilfen auszugleichen versucht. Die vergangenen Tage zeigen laut Bericht deutliche Schwachstellen dieser Kompensation.
Warum relevant: Unternehmen, die geschäftskritisch auf einen einzelnen außereuropäischen Konnektivitäts- oder Technologieanbieter setzen, sollten Ausfallszenarien und Alternativen prüfen.
Cyberangriff auf Dienstleister BAE Systems legt Insolvenzbenachrichtigung der US-Gerichte lahm
Ein Cyberangriff auf den britischen Konzern BAE Systems hat das Bankruptcy Noticing Center (BNC) gestört, das Benachrichtigungen für alle US-Bundesinsolvenzgerichte erstellt und versendet. Die Verwaltungsbehörde der US-Gerichte teilte mit, sämtliche vom Auftragnehmer betriebenen BNC-Systeme und Websites seien nicht erreichbar, auch der National Creditor Registration Service; die Erzeugung von Benachrichtigungen ruht. BAE untersucht den Vorfall, nach eigenen Angaben ist er auf das BNC-System begrenzt. Ob Daten abgeflossen sind, ist nicht bekannt. Der Fall reiht sich in mehrere Angriffe auf US-Behörden und deren Auftragnehmer ein, zuletzt etwa bei einem Kontaktcenter des Verkehrsministeriums.
Warum relevant: Unternehmen sollten prüfen, welche geschäftskritischen Prozesse von externen Dienstleistern betrieben werden und ob für deren Ausfall Notfallverfahren und Vertragsregelungen bestehen.
Großbritannien: Bankensteuer-Erhöhung im Haushalt am 28. Oktober erwartet
Laut Guardian plant der britische Schatzkanzler John Healey in seinem ersten Haushalt am 28. Oktober höhere Steuern für Banken, um die durch den Nahostkrieg belasteten Staatsfinanzen zu stützen. Diskutiert wird die Rücknahme der von Jeremy Hunt beschlossenen Senkung des Bankenzuschlags, wohl von 3 auf 8 Prozent, was nach TUC-Analyse 2,25 Milliarden Pfund jährlich einbrächte. Branchenverbände warnen vor geschwächtem Investorenvertrauen und möglichen Verlagerungen. Spezialbanken wie Revolut und Shawbrook fordern eine höhere Gewinnschwelle für den Zuschlag. Hintergrund sind stark gestiegene Kreditkosten des Staates und der Wunsch, Anleihemärkte von der Haushaltsdisziplin zu überzeugen.
Warum relevant: Unternehmen mit britischen Bankbeziehungen oder Standortentscheidungen im Finanzsektor sollten die Haushaltsankündigung vom 28. Oktober abwarten und mögliche Auswirkungen auf Kreditkonditionen und Standortplanung bewerten.
Speicherchip-Krise prägt Lieferketten der Unterhaltungselektronik
Supply Chain Dive beschreibt fünf Trends in den Lieferketten der Unterhaltungselektronik. Im Mittelpunkt steht der Umgang mit der Krise bei der Speicherversorgung. Unternehmen verfeinern laut Experten ihre Planungspraxis und überdenken Produktmix und Logistiktaktiken.
Warum relevant: Hersteller und Händler von Elektronik sollten Planungsprozesse, Produktportfolio und Logistik auf anhaltende Engpässe bei Speicherkomponenten prüfen.
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