Morgenlage

Die Lage am Montag, 26. Oktober 2026

Die wichtigsten Entwicklungen zu Business Resilience.

Stand 08:06 Uhr 8 Meldungen ca. 6 Min. Lesezeit

Lagebild in einem Satz

Sturmtief Manja stört Strom und Verkehr, Merz sucht Alternativen zu China, Starlink bleibt Streitfall, Cookie-Diebstahl bedroht Konten, die EZB mahnt zu Naturrisiken und London wartet auf das Budget.

Die Meldungen des Tages

KI-gestützt erstellt, redaktionell geprüft
Business Continuity & operative Resilienz

Sturmtief „Manja“: Stromausfall in Freiburg, Sturmflutwarnung und Verkehrsstörungen

Sturmtief „Manja“ hat am 25. Oktober große Teile Deutschlands mit Sturm und Regen überzogen; für den Norden, die Mitte, den Westen und den Südwesten galten amtliche Warnungen vor Sturmböen und schweren Sturmböen. An der Nordseeküste sind laut Deutschem Wetterdienst orkanartige Böen möglich, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnt vor einer Sturmflut mit bis zu 2,5 Metern über dem mittleren Hochwasser. Fähren zu Inseln und nach Helgoland fielen teilweise aus, der Syltshuttle stellte den Betrieb ein. In Freiburg löste ein in ein Umspannwerk geflogenes Blechdach einen Kurzschluss aus; die Uniklinik konnte zeitweise nur lebensbedrohliche Notfälle versorgen. Auch in Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien kam es zu Stromausfällen, Flugstreichungen und Verkehrsstörungen.

Warum relevant: Unternehmen in betroffenen Regionen sollten ihre Notfallpläne für Stromausfälle, Lieferverzögerungen und ausfallende Fähr- und Bahnverbindungen prüfen.

Quelle: tagesschau Nachrichten 25. Oktober 2026 Zur Quelle (öffnet in neuem Tab)
Lieferketten & geopolitische Abhängigkeiten

Merz reist nach Singapur, Japan und Südkorea, Steinmeier nach China

Bundeskanzler Merz besucht ab dem 26. Oktober fünf Tage lang Singapur, Japan und Südkorea, um Partnerschaften auszubauen und einseitige Abhängigkeiten, vor allem von China, zu verringern. Zugleich reist Bundespräsident Steinmeier zum Staatsbesuch nach China; ein Treffen mit Staats- und Parteichef Xi ist für Freitag geplant. Hintergrund sind Sorgen wegen unfairer Wettbewerbsbedingungen, etwa durch Subventionen und Überkapazitäten, sowie neue Handelsschutzinstrumente, die die EU-Kommission plant. Japan ist nach China Deutschlands zweitwichtigster Handelspartner in Asien, Südkorea folgt auf Platz drei. Vom 29. bis 31. Oktober findet in Seoul die Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft mit rund 1.000 Teilnehmern statt. Der BDI spricht von der Notwendigkeit, Risiken breiter zu verteilen.

Warum relevant: Unternehmen mit starkem China-Bezug sollten ihre Lieferanten- und Absatzstruktur auf Diversifizierungsoptionen in Japan, Südkorea und Südostasien prüfen.

Quelle: tagesschau Nachrichten 26. Oktober 2026 Zur Quelle (öffnet in neuem Tab)
Business Continuity & operative Resilienz

Musk wirft Ukraine Verstoß gegen Starlink-Bedingungen vor – Verbindung wieder stabil

Elon Musk wirft der ukrainischen Armee vor, den Satelliten-Internetdienst Starlink gegen die Nutzungsbedingungen für offensive Drohnenangriffe eingesetzt zu haben. Diese Lücke sei in der vergangenen Woche geschlossen worden; ein Verstoß führe zum Abschalten des Dienstes. Zuvor hatte Kiew tagelang eine Drosselung von Starlink und der Militärvariante Starshield beklagt, das „Wall Street Journal“ berichtete von einer entsprechenden Anordnung Musks. Dieser erklärte, Beschränkungen bei Starshield entscheide das US-Militär; Präsident Trump und Verteidigungsminister Hegseth wiesen die Vorwürfe zurück. Die Ukraine meldet inzwischen wieder eine stabile Verbindung. Musk betonte, ein Abschalten ließe die ukrainische Frontlinie sofort zusammenbrechen.

Warum relevant: Unternehmen und Betreiber kritischer Dienste sollten prüfen, wie abhängig ihre Kommunikation von einem einzelnen privaten Satellitenanbieter ist und welche Ausweichwege bestehen.

Quelle: tagesschau Nachrichten 25. Oktober 2026 Zur Quelle (öffnet in neuem Tab)
Digitale Resilienz & KI-Souveränität

Cookie-Diebstahl: Wie Betrüger Sitzungen übernehmen und Konten kapern

Betrüger zielen zunehmend auf Session-Cookies, mit denen Webseiten eingeloggte Nutzer wiedererkennen. Wer das Cookie stiehlt, übernimmt die laufende Sitzung, ohne Passwort und oft ohne Auslösen einer Multifaktor-Abfrage, wie der Sicherheitsanbieter NordVPN erklärt. Die Cookies werden meist über versehentlich heruntergeladene Schadsoftware, sogenannte Infostealer, aus dem Browser ausgelesen. NordVPN zählte im Zeitraum bis Juni 52 Milliarden Cookies in kursierenden gestohlenen Datensätzen. Folgen reichen von Zugriff auf Bankkonten und E-Mail- oder Social-Media-Konten bis zu umgeleiteten Bestellungen. Empfohlen werden vorsichtiger Umgang mit Erweiterungen und Software, manuelles Ausloggen, ein Passwortmanager statt Browser-Speicherung, regelmäßiges Löschen von Cookies, Virenscans bei Verdacht und die weitere Nutzung von Multifaktor-Authentifizierung.

Warum relevant: Unternehmen sollten Beschäftigte für Infostealer-Risiken sensibilisieren und prüfen, wie lange Sitzungen in Unternehmensanwendungen aktiv bleiben, da Multifaktor-Authentifizierung allein nicht vor Session-Übernahme schützt.

Quelle: The Guardian Business 25. Oktober 2026 Zur Quelle (öffnet in neuem Tab)
Finanzielle Resilienz & Vertrauen

EZB-Direktor Elderson: Naturschutz ist Investition in wirtschaftliche Resilienz

Frank Elderson, Mitglied des EZB-Direktoriums, hat beim Finance and Biodiversity Day der COP17 gefordert, vom Reden zum Handeln zu kommen. Laut EZB-Analyse hängen 72 Prozent der Unternehmen im Euroraum von mindestens einer Ökosystemleistung ab, 75 Prozent der Unternehmenskredite fließen an stark abhängige Firmen. Ein Dürreereignis, wie es einmal in hundert Jahren vorkommt, könnte bis zu 24 Prozent der Wirtschaftsleistung im Euroraum gefährden; knapp 12 Prozent sind durch unzureichenden Hochwasserschutz bedroht. Elderson verwies auf niedrige Flusspegel im Sommer, die Kraftwerke und Lieferketten beeinträchtigten. Die EZB erwartet von Banken, nicht nur Klima-, sondern auch Naturrisiken zu steuern, und berücksichtigt Naturrisiken in der Geldpolitik.

Warum relevant: Unternehmen und Banken sollten ihre Abhängigkeit von Wasser und anderen Ökosystemleistungen erfassen, da Aufseher Naturrisiken im Risikomanagement erwarten.

Quelle: EZB Pressemitteilungen 26. Oktober 2026 Zur Quelle (öffnet in neuem Tab)
Strategie & Unternehmensrisiken

Tiefengeothermie: Potsdam bohrt für fossilfreie Fernwärme bis 2035

In Potsdam wird seit Juli am Heizkraftwerk Süd bis zu 1.500 Meter tief gebohrt, um warmes Wasser für Tausende Haushalte zu erschließen. Die Stadt will ihre Fernwärme bis 2035 ohne fossile Energieträger erzeugen; für das Projekt sind rund 78 Millionen Euro eingeplant. Ob genügend Wasser gefördert werden kann, ist offen, bis Jahresende sollen weitere Erkenntnisse vorliegen. Eine erste Anlage läuft seit 2024 und liefert vier Megawatt thermische Leistung, doppelt so viel wie erwartet. Hohe Erkundungskosten und das Fündigkeitsrisiko belasten besonders kleinere Kommunen; der Bund unterstützt mit Krediten und Förderprogrammen. Mögliche Risiken sind kleinere Erdbeben und Grundwassergefährdung. Berlin vergab erstmals Erkundungsrechte, eine erste Anlage könnte 2031 in Betrieb gehen.

Warum relevant: Stadtwerke und Energieversorger sollten Fündigkeitsrisiko und Förderangebote des Bundes in ihre Wärmeplanung einbeziehen, um die Versorgung unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen.

Quelle: tagesschau Wirtschaft 25. Oktober 2026 Zur Quelle (öffnet in neuem Tab)
Führung & Krisenorganisation

Nationwide streicht weitere 275 Stellen nach Übernahme von Virgin Money

Die britische Building Society Nationwide baut weitere 275 Stellen ab, nachdem sie Virgin Money für 2,9 Milliarden Pfund übernommen hat. Die Beschäftigten wurden am Mittwoch informiert; Ziel sei, Abläufe zu vereinfachen und Doppelstrukturen abzubauen. Betroffen sind unter anderem das Privatkundengeschäft samt Hypotheken, Personal, das Büro des Chief Operating Officer, Kundenbetrieb, Kommunikation und Finanzen, nicht aber Mitarbeitende mit Kundenkontakt. Bereits im Juni waren 600 Stellen weggefallen. Die Belegschaft liegt inzwischen bei etwa 27.000, von denen mehr als 7.000 von Virgin Money kamen. Nationwide betont, die Kürzungen hätten nichts mit KI zu tun, und verweist auf Umschulung und Versetzung. Halbjahreszahlen folgen am 19. November.

Warum relevant: Unternehmen nach Übernahmen sollten die Integration von Funktionen und Personal planvoll steuern und Umschulung sowie Versetzung als Instrumente einplanen.

Quelle: The Guardian Business 25. Oktober 2026 Zur Quelle (öffnet in neuem Tab)
Finanzielle Resilienz & Vertrauen

UK-Haushalt: Healey muss Wachstum stützen und Anleihemärkte beruhigen

Der britische Schatzkanzler John Healey legt am Mittwoch seinen Haushalt vor und muss Wachstum, Entlastung bei Lebenshaltungskosten und Haushaltsdisziplin ausbalancieren. Das Vereinigte Königreich wächst 2026 am schnellsten der G7, mit 0,6 Prozent im ersten und 0,5 Prozent im zweiten Quartal; der IWF lobte die Pläne zur Kreditsenkung. Zugleich stieg die Inflation im September auf 3,5 Prozent, was eine Zinserhöhung der Bank of England wahrscheinlich macht. Das Defizit liegt bei 120 Milliarden Pfund, die Gesamtschuld bei rund drei Billionen Pfund. Im Januar könnten laut Prognosen die Energiepreise um 16 Prozent steigen. Entscheidend sind die Prognose des Office for Budget Responsibility und die Reaktion der Anleihemärkte.

Warum relevant: Unternehmen mit Großbritannien-Geschäft sollten Zins-, Energiepreis- und Nachfragerisiken nach dem Haushalt neu bewerten, insbesondere mit Blick auf Januar.

Quelle: BBC Business 26. Oktober 2026 Zur Quelle (öffnet in neuem Tab)